Seit die Mehrheit der Finanzkommission bekannt gegeben hat, dass das Budget zurückgewiesen werden soll, geht ein Aufschrei durch das linke Lager. Von Leistungsabbau und Personalentlassungen wird gewarnt. Der Bund der Steuerzahler Basel-Stadt ist davon überzeugt, dass es in der Kantonsverwaltung zahlreiche grössere und kleinere Projekte gibt, auf welche ohne spürbare Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger verzichtet werden könnte. Deshalb vergibt er einmal pro Jahr einen Preis für die unnötigste Ausgabe an eine Dienststelle oder Organisation der kantonalen Verwaltung Basel-Stadt – den Preis „Der gerupfte Basilisk“. Auch in diesem Jahr stehen wieder fünf Staatsausgaben zur Wahl. Die Bevölkerung kann sich via www.bds-basel.ch bis zum 11. Dezember an der Abstimmung beteiligen.

Zur Wahl stehen:

  1. Kampagne „Männersache“

Im Jahr 2013 lancierte die Fachstelle für Gleichstellung im Präsidialdepartement erstmals eine Kampagne, die mit Plakaten mehr Männer für Teilzeitarbeit motivieren soll. In diesem Jahr wurde der zweite Teil der Kampagne lanciert, diesmal ergänzt um Wickelfische mit Slogan. Beauftragt wurde hierfür eine externe PR-Agentur. Ob sich tatsächlich ein Mann aufgrund eines Plakates oder Wickelfisches plötzlich dazu fühlt, Teilzeit zu arbeiten, ist äusserst fraglich, zumal die Quote derer, die Teilzeit arbeiten, im Kanton Basel-Stadt über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt liegt.

  1. Haltestellenumbau Bruderholz

Aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes müssen alle Tram- und Bushaltestellen behindertengerecht umgebaut werden. Basel übt sich hier in Perfektion, werden mit den Umbauten doch an mehreren Orten gleich auch umfangreiche Umgestaltungen vorgenommen. Exemplarisch sei hier das Bruderholz genannt, wo die Haltestelle Airolostrasse aufgrund der Verschiebung anderer Haltestellen aufgehoben werden muss. Es scheint offenbar besser, keine Haltestelle zu haben, statt eine solche, die nicht vollumfänglich behindertengerecht ist.

  1. Hörspiel gegen Littering

Wenn Kinder Abfall auf den Boden werfen, hat die elterliche Erziehung versagt. Das Amt für Umwelt und Energie will hier einspringen und hat ein Hörspiel produzieren lassen, welches an alle Basler Primarschulen verteilt wird. Es übernimmt damit eine Rolle, welche zum einen dem Elternhaus und zum anderen den Lehrpersonen in der Schule und schliesslich auch der Gesellschaft in der Öffentlichkeit zufallen sollte.

  1. Lager für übergewichtige Kinder

Das Erziehungsdepartement organisiert jährlich ein aufwendiges Lager mit 16 Plätzen für übergewichtige Kinder. Das Lager ist stark subventioniert, ungefähr zwei Drittel der Kosten zahlt der Kanton. Das Problem: die Nachfrage ist bescheiden. Im letzten Jahr musste das Lager mangels Teilnehmer abgesagt werden. Dennoch hält das Erziehungsdepartement an der Durchführung des Lagers fest.

  1. Kampagne „Basel zeigt Haltung“

Wegen dem neuerlich ausgebrochenen Konflikt im Nahen Osten innert sechs Wochen aus dem Boden gestampft, soll die Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz wirken. Während einerseits ohnehin fraglich ist, welche Wirkung ein solches Plakat gegen eine fremdenfeindliche Einstellung haben soll, spricht die kurzfristige Erstellung andererseits auch nicht für eine durchdachte Botschaft. Hier wurde aus politischer Aktualität fernab der Schweiz eine gut gemeinte Kampagne lanciert, die mittelfristig versanden dürfte.

„Gerupfter Basilisk“ 2014: Online-Voting gestartet!

Ein Gedanke zu „„Gerupfter Basilisk“ 2014: Online-Voting gestartet!

  • 3. Dezember 2014 um 15:27
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    ich wähle den Haltestellenumbau Bruderholz als unnötigste Ausgabe (resp. dessen Projektierung in Höhe
    von Fr. 450’000:!!!)

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